Schneider Bau - Bauen und mehrSchneider Bau

News

Kehl: „Eine zukunftsgerichtete Lösung“ - Neues Nahwärmezentrum an Dümmler-Halle jetzt auch offiziell in Betrieb genommen

    
In Betrieb ist es bereits seit über zwei Monaten, gestern wurde das neue Nahwärmezentrum an der Dr. Werner-Dümmler-Halle, das alle wesentlichen öffentlichen Einrichtungen zwischen Staudernheimer Straße und Münchwiesen beheizt, offiziell eingeweiht.

„Dieser Termin ist ja seit einiger Zeit überfällig“, sagte VG-Bürgermeister Rolf Kehl im Beisein von Vertretern der Energiedienstleistungsgesellschaft Rhein-Nahe (EGD) und des Planungsbüros P&C, die das neue Heizzentrum gemeinsam realisiert haben, der ausführenden Baufirma Schneider aus Merxheim sowie dem städtischen Beigeordneten Horst Barth. In der Tat hatten insbesondere Lieferschwierigkeiten beim Stahl die Bauzeit auf insgesamt sieben Monate verlängert, wie Bauleiter Ronny Süß einräumte. Doch nun ist alles fertig – bis auf die Gartengestaltung des Geländes und ein Tor, das die Zufahrt von der Staudernheimer Straße abschirmen soll, wo bei dieser Gelegenheit gemeinsam mit der Stadt eine neue Bushaltebucht angelegt wurde.
Auch habe es Zeit gebraucht, bis die politischen Entscheidungen beim Landkreis und der Verbandsgemeinde gefallen waren und der Energieliefervertrag mit der EDG zustande kam, erinnerte Kehl. Das Projekt, das seine Vorbilder in ähnlichen Nahwärmeversorgungszentren an der BBS Bad Kreuznach und in Windesheim (Gemeindehalle und Sonderschule) hat, habe nach dem Teileinsturz des Daches der Dümmler-Halle im Jahr 2005 Form angenommen. Kehl bezeichnet die Entscheidung für die Holzschnitzel-Verbrennung as „zukunftsgerichtete Lösung“, insbesondere unter ökologischen Aspekten. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes sei für eine Kurstadt wie Bad Sobernheim ein wichtiger Aspekt.
Wie EDG-Geschäftsführer Christoph Zeis ausführte, handele es sich bei der Anlage nicht nur um die bisher größte von der EDG gebaute, sondern sie verfüge auch über die modernste Technik, die derzeit auf dem Markt sei. Die Einsparungen an CO2-Emmisionen betrage rund 700 Tonnen pro Jahr im Vergleich zu herkömmlichen Ölverbrennung. Das entspreche einem Heizölverbrauch von jährlich rund 280 000 Tonnen, dem Jahresverbrauch von ungefähr 70 Einzelhäusern.
Das neue Nahwärmezentrum beheizt neben der Dümmler-Halle auch das Schwimmbad, die Sauna (nach Wiederaufbau), das Schulzentrum und die TV-Halle. Rund 650.000 Euro lässt sich die EDG die Investition kosten. Im Energieliefervertrag mit dem Landkreis als Veranstalter des Schulsports in der Dümmler-Halle und Heizkostenträger des Schulzentrums, der Verbandsgemeinde und den Verbandsgemeindewerken, der auf 15 Jahre läuft, ist ein fester Heizkosten-Preis vereinbart. Dass die Holzpreise im Moment stark anziehen, sieht man bei der EDG deshalb mit besorgtem Blick. Langfristig werde sich der nachwachsende Rohstoff Holz gegenüber dem Öl aber nicht nur als ökologisch sinnvollere, sondern auch als kostengünstigere Variante herausstellen.

Die Technik

Herzstück der Anlage ist der 750-Kilowatt-Holzhackschnitzel-Kessel, der die Hälfte der Gesamtleistung erbringt, das ganze Jahr über läuft und ca. 85 Prozent der gesamten Heizarbeit verrichtet. In Zeiten der Spitzenauslastung und als Reserve (etwa bei Wartung des Hauptkessels) steht ein Erdgaskessel mit 900 Kilowatt Leistung zu Verfügung.


Aus Allgemeine Zeitung, 23. Februar 2007